Dole on Tour in Regensburg, Neutraubling und Brennberg

Der Wald als Klimaretter: zu Besuch beim Bayerischen Waldbesitzerverband und den Bayerischen Staatsforsten in Regensburg

 

Bäume entziehen nicht nur beim Wachstum der Atmosphäre Kohlendioxyd und wandeln es durch Photosynthese in Sauerstoff und Zucker um, auch der Rohstoff Holz gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der Einsatz von Holz zum Beispiel im Bau und der Bioökonomie trägt insgesamt zu einer besseren CO2-Bilanz bei - ein wahrer Klimaretter also.

 

Dennoch bereiten einige in Brüssel aktuell diskutierte Themen wie die EU-Biodiversitätsstrategie, eine mögliche Ausweitung der Schutzzonen und somit ein mögliches Bewirtschaftungsverbot, sowie die de-minimis Regeln vielen Bayerischen Waldbesitzern und den Bayerischen Staatsforsten Sorgen. Auch die von der Kommission angekündigte EU-Forststrategie, welche beispielsweise die Bemessung der Senkenfunktion des Waldes ausschließlich anhand des Vorratsaufbau vorschlägt, ist gerade für die nadelholzreiche bayerischen Wälder nicht sachgemäß.

Für mich ist es wichtig, dass es uns gelingt nachhaltige Aktivitäten, wie nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, Jagd- und Fischereipraktiken, die mit den Schutzzielen vereinbar sind weiterhin zu ermögliche. Sie tragen einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität bei. Es muss uns gelingen ein Gleichgewicht zwischen freiwilligen Maßnahmen und Regulierungsmaßnahmen herzustellen. Ein verbindliches Biodiversitätsgesetz nach Vorbild des „Climate Law“ halte ich dabei als nicht zielführend. Dafür habe ich mich auch in den Diskussionen und Abstimmungen zur EU-Biodiversitätsstrategie in den vergangenen Wochen eingesetzt.

Unternehmensbesuch bei der Firma Zippel Maschinenfabrik GmbH in Neutraubling

 

Zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Peter Aumer und Neutraublings 3. Bürger-meister Philipp V. Ramin war ich zum Unternehmensbesuch bei der Firma Zippel Maschinenfabrik Gmbh in Neutraubling. Zippel produziert seit über 50 Jahren industrielle Reinigungsanlagen für viele unterschiedliche Branchen. Neben den Herausforderungen für die Wirtschaft durch Corona, sprachen wir mit Vice-Präsident der Zippel GmbH, Roman Siluk-Guisiano darüber, welche Anforderungen Unternehmen wie Zippel an die Region, Deutschland und Europa stellen, damit erfolgreiche Wirtschaft auch weiterhin Arbeitsplätze und Wohlstand in unserer Region sichern kann.

 

Bei Gesprächen wie diesen erleben wir, dass Standortpolitik über alle Ebenen funktionieren und einander greifen muss: von der Kommune über die Bundespolitik bis hinauf nach Europa. 

Auswirkungen der Nulltoleranzgrenze bei Flächenmaßen - im Gespräch mit dem BBV Regensburg

 

Was der Begriff „Nulltoleranz“ in der Praxis für viele Landwirte in der Oberpfalz bedeutet, davon konnte ich mich bei einem Vorort-Besuch bei Brennberg selbst überzeugen. Seit Mitte 2020 besteht die EU-Kommission bei der Flächenkontrolle in Bayern auf einer Nulltoleranz und akzeptiert keinerlei Abweichungen. Welche Auswirkungen diese mit sich bringt, darüber habe ich mich bei einem Treffen mit den  Landwirte Josef und Sebastian Heimerl, Andreas Adlhoch und Edi Luft, sowie dem Kreisobmann Johann Mayer, Bürgermeisterin Irmgard Sauerer, Bezirksbäuerin Rita Blümel und Geschäftsführer der Regensburger Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbands informiert.

Der hohe Aufwand, welcher mit der Berechnung der Flächenmaße und der Nulltoleranzgrenzen verbunden ist, steht oftmals in keinster Weise zum Nutzen. In der Praxis gibt es jedoch immer wieder kleinere Abweichungen in der Bewirtschaftung, die sich nicht vermeiden lassen, weil sie in der Örtlichkeit gegeben sind, erläuterte Josef Wittmann, Geschäftsführer der Regensburger Geschäftsstelle des Bayerischen Bauernverbandes. Auch beobachtet er regelmäßig, dass es deswegen zu Rückforderungen bei den Direktzahlungen und beim Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) kommt.

Besonders betroffen sind die Gebiete mit kleinstrukturierten Flächen. Weil Brennberg keine Flurbereinigung hatte, sind hier kleine Parzellen die Normalität, so mussten auch einige Landwirte aus dem Raum Brennberg Korrekturen beim Flächenmaß vornehmen. Bürgermeisterin Irmgard Sauerer wies zudem darauf hin, dass in Brennberg von den insgesamt 1297 Hektar an landwirtschaftlich genutzter Fläche werden 604 Hektar als Acker und 693 Hektar als Dauergrünland genutzt.

 

Abgerundet wurde mein Besuch mit einer Diskussion zu dem aktuellen Stand der Trilog-Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). (MZ berichtete)